I — DER GARTEN DES LANGSAMEN ZERFALLS
Du trittst ein, und dein Körper verliert nicht seine Form, sondern seine Geschwindigkeit: Zuerst wird das Blinzeln schwer, dann sinkt der Speichel kühl unter die Zunge, dann lösen sich aus jeder Pore winzige Hautkörner, weich wie warmer Staub, während unter ihnen bereits eine zweite, feuchtere Haut hervortritt.
Deine Finger werden durchsichtig an den Rändern, die Nägel treiben als matte Monde davon, die Knochen zerfallen lautlos zu blassem Sternenmehl, doch jeder Krümel erinnert noch Druck, Wärme und Berührung, sodass du gleichzeitig auseinanderfällst und dich in tausend kleinen Körperstellen weiterfühlst.
Der Übergang beginnt, als das Sternenmehl Wurzeln schlägt.
Jedes Korn zieht einen dunklen Faden, jeder Faden findet einen anderen, und das Geflecht spannt sich durch die Leere, bis dein zerfallener Leib als kaltes Rhizom zwischen fünf Erden hängt.